Vortrag von Günther Lanz

Geschäftsführer Umwelt-Nachbarschaftshaus (UNH)

Welche Belastung bringt der Ausbau für die Anwohner und Umland?

In der Presse wird viel emotional und unsachlich über die Auswirkungen der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen diskutiert. Daher lud der Fuldaer Business Club den Geschäftsführer des Umwelt-u. Nachbarschaftshauses Herrn Günther Lanz ein, um von einer neutralen Institution (UNH) informiert zu werden.

Das Umwelt-u. Nachbarschaftshaus (UNH) wurde 2009 gegründet und ist eine 100%ige Tochter des Landes Hessen.

Gegen den Bau der Landebahn Nordwest (Planfeststellungsbeschluss 2009 ) gab es erhebliche Widerstände und Proteste in der Bevölkerung. Das UNH dient seitdem als Mediator zwischen Flughafen, seinen Nutzern und den Anwohnern. Es stellt transparent und neutral Daten und Informationen zusammen , um einen Dialog auf sachlicher Basis zu führen.

Die erarbeiteten Daten dienen dem aktiven Lärmschutz. Über ein Nachtflugverbot (zw. 23 und 5 Uhr) wird gerichtlich entschieden. Derzeitig gilt ein vorläufiges Nachtflugverbot, entschieden durch VGH-Kassel.

Herr Lanz gab gekannt, dass es aktuell 93 Flugbewegungen/Std zwischen 5 -23 Uhr gibt.

Im Belastungsgebiet sind ca. 2,3 Mio. Menschen mit einem Dauerschallpegel über 40 db(A) fluglärminduziert.

Zwischen dem 15.01. und 12.02.2012 sind 3718 Anflüge über Flörsheim und 5156 Anflüge über Raunheim gezählt worden, wobei 50 % der Überflüge mehr als 75 db(A) haben und sich auf eine Flughöhe von ca. 270 m befinden! Diese hohe Belastung an Lärm führt bei den betroffenen Anwohnern neben Unmut zu gesundheitlicher Beeinträchtigung.

Daher betreibt das UNH aktiven Lärmschutz:

1.)    Aktiver Schallschutz durch u.a. lärmarme Maschinen. Änderung der Flugverfahren und „Lärmdeckel“

2.)    Siedlungsstrukturelle Maßnahmen wie Siedlungsbeschränkungen und „Absiedlung“

3.)    Passiver Schallschutz durch Schalldämmung am Gebäude, vom Fenster bis zur Gebäudehülle.

Weiterhin kontrolliert das UNH die Zusagen und Einhaltungen von Flughöhen und Flugwegen. Es erstellt Lärmkonturkarten, Betriebsrichtungsprognosen und wertet Flughöhenprofile aus. Durch „Casper“ Monitoring des UNH kann man im Internet  mit einer Verzögerung von 3 sek. den Luftverkehr live verfolgen.

Im Anschluss des Vortrages von Hr. Lanz wurde noch lebhaft diskutiert, warum  die betroffenen Anwohner von Flörsheim und Raunheim erst nach Inbetriebnahme der neuen Landebahn entsetzt aufschreien.

Hat man sie nicht ausreichend informiert? Muss der Flughafen für eine angemessene Entschädigung der Betroffenen sorgen?