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Großes Interesse beim Vortrag „Diabetes und Insulin“ bei Dr. Al-Hami Fulda

Diabetes

Über 100 Interessenten kamen am Mittwochabend in die Dr. Al-Hami International Academy am Universitätsplatz in Fulda, um einem Vortrag zum Thema „Diabetes und Insulin“ zu lauschen. Referent war Facharzt Dr. med. Gerhard-Walter Schmeisl, der den Besuchern auf charmante Art verdeutlichte, wie wichtig eine richtige Therapie und eine gesunde Lebensweise sind.

„Diabetes beeinflusst unser Leben“, sagte Dr. Natalia Vladescu und begrüßte die zahlreichen Besucher. Die Geschäftsführerin der Dr. Al-Hami International Academy und Lebenspartnerin des Fuldaer Neurochirurgen Dr. Samir Al-Hami ist davon überzeugt: „Je besser jeder von uns informiert ist, desto besser kann der Betroffene damit umgehen.“ Aus diesem Grund freute sie sich besonders, Schmeisl als Referent gewonnen zu haben, der über den aktuellen Stand der Medizin berichtete.

„Jeder Dritte bis Vierte hat Diabetes als Grunderkrankung“, so Schmeisl. Zu Beginn seiner Ausführungen stellte er den Typ 1- und Typ 2-Diabetiker vor. „Der Typ 1-Diabetiker braucht Insulin ein Leben lang“, so der Referent. Die insulinproduzierenden Betazellen sind fast alle zerstört. Der Typ 2-Diabetes ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der trotz Lebensstiländerung und der Einnahme von oralen Antidiabetika (Tabletten) über die Jahre hinweg eine Verschlechterung der Blutzuckereinstellung zu erwarten ist. „400.000 bis 500.000 Patienten spritzen sich Insulin“, verdeutlichte Schmeisl. Die Ernährung spiele bei Diabetikern eine große Rolle. Der Referent verdeutlichte, dass Fettleibigkeit ein Risikofaktor bei der Erkrankung sei. Alles, was über einem Bauchumfang von 94 Zentimetern bei Männern und 80 Zentimetern bei Frau liege, sei ein kritischer Faktor. „Je drei Zentimeter mehr heißt ein Jahr früher sterben“, erklärte Schmeisl. Des Weiteren seien übergewichtige Menschen anfälliger für verschiedene Krebsarten. „Insulin ist ein Masthormon“, sagte der Referent. Aus diesem Grund sei die richtige Therapie wichtig.

Anhand von mehreren Kurvendiagrammen verdeutlichte Schmeisl die verschiedenen Möglichkeiten der Therapie. Er stellte die Werte der Nüchternplasmaglukose von einem erkrankten Menschen in Vergleich mit einem gesunden. „Bei Diabetikern reagieren die Betazellen nicht“, so Schmeisl. Sprich, bei Nahrungsaufnahme würde weiter Zucker produziert werden. Kurz stellte er die Wirkung von kurz- und langwirksamen Human- und Analog-Insulinen sowie Mischinsulinen vor. Auch die geeigneten Spritzstellen waren Thema. „Es ist nach wie vor nicht egal, wo Sie spritzen“, sagte Schmeisl. So sei die schnellste Insulinaufnahme am Bauch gegeben. „Wenn ich eine gescheite Therapie habe, dann brauche ich normales Essen wie Gesunde auch“, sagte der Referent. Wichtig sei ein guter Hausarzt, der auch mit Kliniken zusammenarbeite. „Ich darf heute alles. Egal ob Schwarzwälder Kirschtorte oder eine Schweinshaxe. Man muss aber wissen: Von nichts kommt nichts“, sagte Schmeisl abschließend. Patienten müssten sich stets weiterbilden. Aber auch ausreichend Bewegung sei wichtig. „Ein Tag ohne Bewegung ist ein verlorener Tag“, appellierte der Referent. Zudem verdeutlichte er, dass Rauchen für Diabetiker tödlich sei: „Zigaretten gehören in den Abfall.“ Wohingegen ab und zu ein Glas Wein vollkommen in Ordnung sei.

Die Besucher hörten dem Referent gespannt zu. Einige schrieben fleißig mit und fotografierten seine Diashow, die verschiedene Insulintherapien zeigte. Im Anschluss an den Vortrag stellten die Interessenten noch viele persönliche Fragen. Unter anderem über Sensormessgeräte, Sport, regelmäßige Untersuchungen und Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Insuline.

Quelle: osthessen-zeitung.de vom 19.03.2016 (von Julissa Bär)
http://www.osthessen-zeitung.de/…/grosses-interesse-beim-vo…

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Gottfried Milde (WI-Bank) zu Gast im Dr. Al-Hami Business Club

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Über „Fördermöglichkeiten für den Mittelstand“ informierte am Donnerstagabend in der Dr. Al- Hami International Academy der Vorstandssprecher der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) Gottfried Milde.
Die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) macht sich mit ihrer Arbeit stark für eine bessere Lebensqualität, für die nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Infrastruktur und für die Zukunftsfähigkeit des Landes Hessen.
Die WIBank bündelt nahezu das gesamte öffentliche Fördergeschäft in Hessen. Dieses Aufgabenspektrum ist in der Landschaft der Förderbanken der Bundesrepublik Deutschland einzigartig. Milde erläuterte in seinem Vortrag die Förderbereiche und Förderprogramme der WIBank.
Die WiBank kümmert sich primär um Vorhaben, an denen ein öffentliches Interesse besteht. Das ist der Fall wenn beispielsweise der Markt eine Leistung nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung stellt, nicht bereit ist, entsprechende Risiken zu tragen. So sind Bürgerschaften und Kredite in unterschiedlicher Form möglich. Ein großer Unterschied zu Krediten von Hausbanken liegt in einer unterschiedlichen Risikobewertung. Die WiBank fokussiert sich in ihrer Entscheidung nicht primär auf die Bonität, sondern eher auf das Potential der Unternehmen und bewertet die unternehmerischen Ziele.
Besonderes Interesse fand bei den Zuhörern die Möglichkeit von „Mikrodarlehen“.
Die WIBank vergibt im Rahmen des Förderprogramms „Hessen- Mikrodarlehen“ unbesicherte Kredite für die Neugründung, Übernahme oder Erweiterung ei- nes Einzelunternehmens mit Sitz in Hessen. Existenzgründer und junge Unternehmen erhalten die Möglichkeit, Investitionen und Betriebsmittel bis zu drei Jahre nach Aufnahme ihrer Geschäftstätigkeit zu finanzieren. Die Kreditspezifikationen dazu sind:
- Kreditsumme zwischen 3.000 und 15.000 €
- Laufzeit 5 Jahre (davon 6 tilgungsfreie Monate)
- Festzinssatz von 6,5 % (bonitätsunabhängig)
- Vorzeitige Rückzahlung jederzeit vollständig möglich
- keine banküblichen Sicherheiten erforderlich
Mehr Informationen finden Sie unter www.wibank.de.

Quelle: DR. AL-HAMI SEITEN in Fuldaerzeitung vom 28.07.2014

 

 

“Fördermöglichkeiten für die hessische Wirtschaft”-

  Vortrag von Gottfried Milde

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Über „Fördermöglichkeiten für die hessische Wirtschaft“, referierte Gottfried Milde am Donnerstagabend in der Dr. Al-Hami International Academy am Fuldaer Universitätsplatz. Der Vorstandssprecher der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) zeigte den Gästen verschiedene Förderungsmöglichkeiten für Existenzgründer, aber auch für größere Unternehmen, auf.

„Ich freue mich, wenn wir hier Abwechslung haben“, begrüßte Dr. Samir Al-Hami seinen Gast. Ohne zu zögern habe er ihm zugesagt. „Sie sollen alle am Ende was mitnehmen“, versicherte Milde, den Gästen die Aufgaben der WIBank näherzubringen. Die WIBank verwaltet das Eigenkapital der Helaba, ist aber ansonsten organisatorisch und wirtschaftlich unabhängig. „Als Förderbank finanzieren wir Vorhaben von öffentlichem Interesse“, erläuterte der 51-Jährige. Zudem konzentriert sich die WIBank auf Darlehens- und Fördergeschäfte. „Wir sind die Schnittstelle zum Land Hessen“, erzählte Milde, der während seiner politischen Laufbahn teilweise Bankdirektor, Fraktionsvorsitzender und finanzpolitischer Sprecher zugleich war.

Die Geschäftsfelder der WIBank konzentrieren sich auf Wirtschaft, Infrastruktur, Bauen und Wohnen, Landwirtschaft, Bildung und Beschäftigung. „Diese Vielfalt ist beeindruckend“, meinte Milde. Unter anderem fördert die WIBank Filme wie zuletzt den Film „Schlussmacher“ von Matthias Schweighöfer. Weiterhin ging der Vorstandssprecher auf den Bereich Wirtschaftsförderung ein. „Das Hauptinstrument ist nach wie vor die Kredite“, so Milde. Diese würden aber immer über die Hausbanken laufen. Eine Wirtschaftsförderung würden beispielsweise Existenzgründer, natürliche Personen sowie kleine oder mittlere Unternehmen erhalten. „Wenn man einen Geldtopf zur Verfügung stellt, versucht man auch einzuschränken, um zielgenau zu sein“, erklärte der Vorstandssprecher, dass diese Förderungen dann speziell auf kleine Unternehmen abgestimmt seien. Bei den Verwendungszwecken der Unternehmen ginge es letztlich auch immer darum, Arbeitsplätze zu schaffen.

Eine interessante Geschichte sind auch Mikrodarlehen, für die bei der WIBank innerhalb kürzester Zeit über 1000 Anträge vorlagen. „Das zeigt, dass die Nachfrage da ist“, sagte Milde. Beispielsweise könne eine Näherin von der Hochschule, die eine eigene Näherei aufmachen möchte, ein solches Darlehen beanspruchen. Dieses habe dann eine Laufzeit von fünf Jahren und sei die ersten sechs Monate tilgungsfrei, sodass die Näherin in dieser Zeit erstmal ihrer kreativen Phase freien Lauf lassen kann. „Wir sind auch völlig branchenunabhängig“, versicherte der 51-Jährige.

Fulda – Von Svenja Müller – Quelle: www.osthessen-zeitung.de vom 25.07.2014

 

Vatikankorrespondent und Bestsellerautor Andreas Englisch war am 04. Juni 2014 zu Gast in der Münsterfeldhalle

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Andreas Englisch ist seit vielen Jahren Korrespondent im Vatikan und hat dadurch engen Kontakt zu den letzten drei Päpsten gehabt, die auch teilweise von sehr persönlichen Momenten geprägt waren. Seine Erfahrungen hat er in unterschiedlichen Büchern zusammengefasst, die zu Bestsellern avancierten. Herr Englisch stellte sich den Fragen der Talkrunde, die sich aus Herrn Dr. Al-Hami und zwei Personen aus dem Publikum zusammensetzte. Er begleitete seine Antworten mit sehr persönlichen Momenten und schilderte seine Erfahrungen auch auf einer äußerst humorvollen Art, mit der er die rund 500 Gäste immer wieder zum Lachen brachte. Englisch war kein gläubiger Mensch, als er anfing im Vatikan zu arbeiten. Doch der Kontakt zu Johannes Paul II. und die mit ihm gemachten Erfahrungen, haben ihn zur Religion geführt. Er beschrieb Papst Johannes Paul II. als einen überaus gutherzigen Menschen, der großen Wert auf eine solidarische Gesellschaft legte und sich auch politisch in der Welt engagierte. Zwei Anekdoten bestätigten das von Englisch vermittelte Bild des Karol Wojtyla. So schenkte er einer armen Frau bei einem Besuch eines Armenviertels in Rio de Janeiro den bedeutsamen Siegelring des Papstes, was seine Sekretäre gar nicht gut hießen. Anders als vermutet, hat die Frau den Ring nicht verkauft, sondern eine kleine „Kapelle“ in dem Armenviertel errichten lassen, in dem der Siegelring aufbewahrt wird. In einem Brief wurde Papst Johannes Paul II. darum gebeten, die Kapelle unter seinem Namen zu weihen. Doch der Papst weihte sie auf den Namen Franziskus. Dies war die einzige Kirche oder Kapelle, die er in seiner Zeit als Papst auf diesen Namen weihte. In Bezug auf den aktuellen Papst Franziskus, scherzen einige Leute, Johannes Paul II. habe die Zukunft vorhersehen können.
Als die niederländische Königin den Vatikan besuchte, und der Papst durch die Vatikangärten schritt um die Königin in Empfang zu nehmen, wurde er von zwei Jungen mit einem Fußball angeschossen. Anstatt erbost zu reagieren, weil seine Kleidung beschmutzt wurde, spielte er mit den Jungen. Als seine Sekretäre ihn darauf aufmerksam machten, dass die niederländische Königin auf ihn wartet, antwortete er: „Das Lächeln dieser Kinder ist für Gott viel wichtiger als die niederländische Könige“.
Von Josef Ratzinger als Papst Benedikt XVI. zeichnete Englisch ein ganz anderes Bild. Ratzinger sei ein äußerst intelligenter und hervorragender Theologe, der sich mit grundlegenden Glaubens- fragen auseinandersetzen kann, aber andere Attribute, die für das Papstamt so wichtig sind, nicht besessen habe. Englisch vermutete, dass Ratzinger von Beginn an nicht Papst sein wollte, und war einer der ersten Menschen, die den Rücktritt Ratzingers vorhergesagt hatten.
Sein Nachfolger, Papst Franziskus schlägt einen ganz anderen Weg ein. Englisch sprach von einer Revolution innerhalb des Vatikans. Diese begann bereits, als er direkt im Anschluss nach seiner Wahl, die auf ihn wartende Menschenmenge auf dem Petersplatz mit einem schlichten „Buona sera“ begrüßte. Am selbigen Abend sollte er mit seiner Dienstlimousine zum Abendessen gefahren werden. Er weigerte sich jedoch und wollte wie die Kardinäle mit einem Bus fahren. Als Papst beanspruchte er zumindest einen Platz in der ersten Reihe. Die großzügig eingerich- tete Papstwohnung lehnte er ab. Er wohnt in einem 23qm großen Zimmer und verzichtet auf seine ihm zustehenden Kammerdiener und speist in der Mensa des Vatikans. Er wolle Wiederverheirateten Katholiken die Sakramente ermöglichen und hatte sich negativ zu dem Verhalten von Bischof Tebartzvan Elst geäußert. Franziskus konzentriert sich in seinem Tun nur auf die wirklichen Probleme der Menschen. Ihm liegt alles daran hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen und verlangt dies auch von allen Gläubigen. Diese kleinen Dinge sorgten wohl unter anderem dafür, dass der Gastgeber Dr. Al-Hami und vermutlich viele andere Menschen auch, begeistert von Franziskus sind. „Ich glaube, dass dieser Papst ein Geschenk des Glaubens ist“ sagt Englisch und hat vielleicht nicht Unrecht damit.

Quelle: DR. AL-HAMI SEITEN in Fuldaerzeitung vom 09.06.2014

 

 

Deutschland als Vorbild und Anker – Spannender Vortag im Business Club

Fulda. Der Euro ist nicht erst seit gestern in der Krise und eine Wunderwaffe gegen die hohe Verschuldung sowie alle anderen Probleme, die mit dieser Krise einhergehen, gibt es auch nicht. Dass die Deutschen trotzdem keinen Anlass haben, den Kopf in den Sand zu stecken, konnte die Chefvolkswirtin der Helaba-Geschäftsbank Dr. Gertrud Traud am Dienstagabend den begeisterten Zuhörern ihres Vortrags im Business Club Fulda „nachvollziehbar erklären“.

Traud war mit ihrem Vortrag unter dem Motto „Euro-Krise – und nun?“ der Einladung des Fuldaer Neurochirurgen und Mentor des Fuldaer Business Club im Stadtteil Neuenberg, Dr. Samir Al-Hami, gefolgt. Mit zahlreichen Vertretern aus dem Wirtschafts- und Bankensektor ging die gebürtige Hünfelderin der Frage nach, was diese Währungs-Krise eigentlich für Deutschland und seine Bürger bedeutet, welche Folgen ein Ausschluss Griechenlands aus der Euro-Zone hätte und inwiefern ein Auflösen der Währungs-Union die Probleme in den einzelnen Ländern beheben oder verschlimmern würde. „Rein ökonomisch gesehen könnten wir einen Austritt Griechenlands verkraften. Aber Griechenland stünde dann am Abgrund“, betonte die 48-Jährige vor rund 60 Gästen. Das Problem dieses Landes sei es, keine Exportgüter zu produzieren, was wiederum zu höheren Import-Preisen führe. Aber auch Spanien, Italien und Frankreich hätten enorme Probleme mit ihrer Wirtschaft. Ein regelrechter Immobilienboom habe sich hier nach Einführung des Euro entwickelt, die Löhne seien zum Teil um 60 Prozent angestiegen – gespart aber habe Niemand, weil die Verlockung des „Schlaraffenlandes“ einfach zu groß gewesen sei. Ein enormes Wachstum ohne Konjunktur sei hier der Fall gewesen und habe eine „Blasenwirtschaft“ aufgebaut. „Nach dem extremen Boom in der Anfangsphase und der Wirtschaftskrise Ende 2008 machen Spanien und Irland ihre Wirtschaft nun aber wieder wettbewerbsfähig, indem sie die Löhne den produzierten Gütern anpassen“, erklärt Traud.
Weil Deutschland sich aber von Anfang an nicht von der „schönen neuen Welt“ mit Wachstum ohne Schwankungen habe blenden lassen, gehe es den Menschen hier in 2012 sogar besser als vor der Krise 2008. Ob das aber so bleibt, hänge entscheidend von der Entwicklung der anderen Euro- Länder ab. Während Aufträge aus dem nicht-europäischen Ausland nach wie vor an deutsche Firmen vergeben werden, würden die Aufträge aus Ländern der Euro-Zone zurückgehen, weil dort die Krise schon bemerkbar ist. Und weil viele Menschen „sparsamen“ Deutschen in dieser Krise mehr zutrauen, gut mit ihrem Geld umzugehen, mache sich ein Trend bemerkbar, der die einzelnen Länder weiter schwäche: Viele Geldgeber würden ihr Geld nach Deutschland schaffen, was den Zinssatz hier aus ein „historisches“ Tief hat fallen lassen – ganz zum Nachteil der Sparer, aber zum Vorteil der Investoren. Aus dem ganzen Schlamassel einer Euro-Krise raus, gibt es nach Ansicht der Finanz-Expertin nur einen Weg: „Was wir brauchen ist eine Stabilitätsgemeinschaft – die dauert zwar länger, aber Länder wie Portugal und Spanien haben gezeigt, dass es geht“, betonte Traud abschließend. Beeindruckend verständlich hatte sie den aufmerksamen Zuhörern Zusammenhänge und die Tricks der Finanzexperten erklärt, wofür ihr unter anderem auch Moderator Dr. Alois Rhiel ausdrücklich dankte.

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Korruption im Gesundheitswesen

Eine Studie und ihr Medienecho – Kai-D. Bussmann stellt in Fulda Details seiner vieldiskutierten „Fangprämien“-Studie vor. Und siehe da: So ärztefeindlich, wie die Krankenkassen sie der Presse präsentiert haben, sind die Ergebnisse gar nicht.
Korruption im GesundheitswesenAlle, die heute in den Business Club Dr.Al-Hami gekommen sind, wissen, worum es geht: Es soll gängige Praxis im deutschen Gesundheitswesen sein, dass niedergelassene Ärztinnen und Ärzte „Fangprämien“ kassieren, wenn sie ihre Patienten in ein bestimmtes Krankenhaus einweisen. So stellte es der GVK-Spitzenverband am 22. Mai bei einer Pressekonferenz dar. Als Beleg diente eine Studie des „Economy & Crime Research Center“ der Universität Halle-Wittenberg. Dr. med. Hermann Sauer hat den dazugehörigen Bericht in der ZDFSendung „frontal21“ gesehen: „Das war das übliche Herumhacken auf uns Doctors – alle Ärzte unter Generalverdacht. Es tut einfach weh, so eine Sendung als Arzt zu sehen“, sagt er. Der Hausarzt ist 20 Kilometer aus Schlitz nach Fulda gefahren, um zu erfahren, was dran ist an den pauschalen Vorwürfen. Patientin Sibylle Herbert kommt aus Fulda. Sie hat das Medienecho vor allem verunsichert: „Inwiefern kann ich meinem Arzt noch trauen, wenn er mir einen Radiologen oder ein Sanitätshaus empfiehlt?“, fragt sie.
Obwohl der 18. Juli auch in Osthessen der erste lauschige Sommerabend seit langem ist, ist der Saal voll, als Prof. Dr. Kai-D. Bussmann, Leiter des Economy & Crime Research Centers, seine Ausführungen beginnt. Er betont vorab, dass die präsentierten Zahlen nicht in jeder Hinsicht belastbar seien: „Auch aus Kostengründen war die Studie im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes von vornherein als Pilotstudie konzipiert. Wir wollten wissen, ob überhaupt etwas dran ist an den Vorwürfen gegen die Ärzte.“ Die Studienergebnisse belegten, dass es sich lohne, „weiter zu graben“, sagt Bussmann und verweist besonders auf zwei Ergebnisse seiner repräsentativen Befragung: 14 Prozent der befragten 600 niedergelassenen Ärzte stimmten der Aussage voll zu, dass Zuweisungen gegen wirtschaftliche Vorteile „gängige Praxis“ seien. 35 Prozent hielten sie teils für korrekt. 26 Prozent der Ärzte gaben an, in den vergangenen zwei Jahren ein konkretes Angebot für eine Zuweisung gegen Entgelt erhalten zu haben.
Diese Zahlen seien einfach zu hoch, um zu sagen, wir kümmern uns nicht darum, betont der Jurist und Kriminologe: „Aber wir reden natürlich bei weitem nicht über alle Ärzte.“ Es gehe ihm nicht darum, den ärztlichen Berufsstand zu diskreditieren. Zumal 82 Prozent der Ärzte zu Protokoll gaben, dass eine solche Entgeltforderung klar ihrem ärztlichen Berufsethos widerspreche. „In der öffentlichen Debatte über unsere Studie sind wir hier leider auf abschüssiges Gelände gekommen“, bedauert Bussmann, der sich sichtlich ärgert, dass der GKVSpitzenverband damals die Studienergebnisse zeitgleich mit der Eröffnung des Deutschen Ärztetages in Nürnberg präsentiert hatte: „Nicht alle Ärzte sind korrupt. Ganz im Gegenteil. Dieses Studienergebnis ist im Pressekrieg zwischen Kassen und Ärzten leider völlig untergegangen.“ Bussmann will vor allem auf die „systemischen Probleme“ im Gesundheitswesen aufmerksam machen. Letztlich seien solche Korruptionsvorgänge Auswüchse des verordneten Wettbewerbsgedankens im System. „Wenn der Arzt zum Unternehmer und das Krankenhaus zum Unternehmen werden sollen, öffnet man korruptiven Praktiken, wie wir sie in der freien Wirtschaft schon lange kennen, Tor und Tür“, erläutert der Kriminologe, der auch bereits große DAXUnternehmen in Fragen der Korruptionsbekämpfung beraten hat. Noch sei Zeit, gegenzusteuern, betont Bussmann. Eine Möglichkeit sei es, den Ärztekammern mehr Ermittlungskompetenzen bei Verdacht auf Korruption zuzugestehen. Auch Hinweisgebersysteme mit „Whistleblowern“ hätten sich in anderen Branchen bewährt.
(Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 109, Heft 31-32, 6. August 2012)

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“Der Patient als Wirtschaftsfaktor?” – Volles Haus im Business Club Dr. Al-Hami

Korruption im deutschen Gesundheitswesen – ist das möglich? Oder schlimmer noch: Ist das vielleicht schon Alltag? Und welche Rolle spielt der Patient dabei? Diesem heiklen Thema widmete sich der für alle Seiten ebenso spannende wie auch aufschlussreiche Vortrag von Prof. Dr. Kai-D. Bussmann im Business Club Dr. Al-Hami, zu dem der Fuldaer Neurochirurg Dr. Samir Al-Hami am Mittwochabend geladen hatte.
Ist der Patient tatsächlich ein Gut, das meistbietend an Ärzte, Optiker, Orthopäden, Sanitätshäuser oder Apotheken weitergeleitet wird? Fakt ist: „Der moderne Arzt ist ein Gesundheitsunternehmer geworden und genau darüber sollten wir uns Gedanken machen“, erklärt der Rechtswissenschaftler und Kriminologe der Universität Halle, der mit einer vom GVK-Spitzenverband in Auftrag gegebenen Studie Ende Mai Aufsehen erregte. Unter dem Namen „Unzulässige Zusammenarbeit im Gesundheitswesen durch ‚Zuweisung gegen Entgelt‘“ befragte der Professor im Herbst 2011 bundesweit insgesamt 1141 niedergelassene Fachärzte, leitende Angestellte von stationären Einrichtungen sowie nichtärztliche Leistungserbringer wie etwa Sanitätshäuser, Apotheken, Physiotherapeuten, Orthopäden oder Hörgeräteakustiker. Was dabei heraus gekommen ist und wie ehrlich die Befragten geantwortet haben, erklärte Bussmann im Business Club Fulda den Zuhörern aus Politik, Gesundheitswesen und den „ganz normalen Patienten“, über deren Kommen sich Dr. Al Hami ganz besonders freute.
Zum Stichwort „Fangprämien“ erklärte Bussmann: „Knapp 500 Fälle von rund 1000 Befragten sind schon einmal in eine Situation gekommen, in denen ihnen solch eine Praxis angeboten wurde.“ Schockieren zudem: Solches Gebaren stelle eine „gängige Praxis“ dar, bestätigten rund 50 Prozent der Befragten. Schön sei allerdings, dass mehr als 80 Prozent der Teilnehmer dieser Studie solches Verhalten als Widerspruch zum Berufsethos sähen. „Das Problem ist ja: Keiner findets richtig gut, aber aus Angst der Dumme zu sein, wenn man nicht mit macht, können solche Praxen überleben“, erklärt Bussmann, der dafür plädiert, diesem Problem sachlich zu begegnen und es als Problem anzunehmen, ohne sich auf den eigenen Schlips getreten zu fühlen. Schuld an dieser Situation sei unter anderem auch das Rechtssystem, das für solches Verhalten noch keine Strafbarkeit vorsieht. Dass aber noch lange nicht alle Ärzte, Krankenhausleiter oder Leiter „nicht-ärztlicher Leistungserbringer“ solch zweifelhaftes Verhalten praktizieren, dafür sprach sich der Schlitzer Landarzt Gerhard Sauer aus, der im Publikum saß. „Seit 28 Jahren bin ich niedergelassener Arzt und noch nicht einmal von einem Krankenhaus mit den Worten angesprochen worden ‚Schickt uns Patienten‘“, unterstrich Sauer und erhielt für seine engagierte Äußerung Applaus. In der Tat, verrät der Experte, sei die Gruppe der Landärzte die einzige, die sich in seiner ansonsten repräsentativen Umfrage von den anderen Berufsbereichen absetze.
„Im Mittelpunkt sollte nicht der Patient sondern die Versorgung stehen“, betonte abschließend der zweite Referent des Abends, Dr. Albrecht Kloepfer, Politikberater und Publizist aus Berlin. Die Schnittmenge der Interessen von Patienten, Krankenversicherungen oder Ärzten sei einfach zu gering, wenn jeder nur an sich denke. Vielmehr gehe es doch um die Versorgung, die nur gewährleistet werden kann, wenn sich alle Seiten an einen Tisch setzen und ein bisschen mehr aufeinander zu gehen. Ein paar Tipps, wie ich als Patient bei Politikern wirklich erreiche, meine Interessen durchzusetzen, gabs vom Experten obendrauf. „Wiederholung, gemeinsame Sprache, konkrete Anliegen, transparente Kommunikation und einheitliche wenn möglich positive Botschaften gehören zu den Zaubermitteln der Strategie“, erklärte Klopfer und fügte schmunzelnd hinzu, „Wenn Sitzungszeit ist, bekommt man die Politiker morgens beim Frühstück am ehesten zu fassen.“

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“Spielregeln des Lebens” – Vortrag von Rüdiger Dahlke in der Münsterfeldhalle
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Am gestrigen Abend referierte Dr. med. Rüdiger Dahlke vor rund 500 Gästen in der Münsterfeldhalle über “Die Spielregeln des Lebens”.
Der Mediziner, Psychologe und Autor mehrerer Bücher war nun zum zweiten Mal zu Gast bei Dr. Samir Al-Hami. In einem gleichfalls amüsanten sowie interessantem Vortrag stellte der Autor sein aktuelles gleichnamiges Buch vor und gab vielerlei weitreichende Erkenntnisse und Ratschläge zum Thema “Spielregeln des Lebens”.
Anschließend wurden Bücher und DVDs unter den Teilnehmern verlost und der Autor beantwortete alle Fragen des Publikums. Er betonte ebenso, er sei sehr gerne in Fulda und komme bei Bedarf sehr gerne wieder.
25. Mai 2012, Münsterfeldhalle
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Kaminabend mit Walter Kohl im Business Club Dr.Al-Hami

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Zu einer Talkrunde der besonderen Art hatte Dr. Samir Al-Hami in den Business Club geladen. Ein illustrierter Gästekreis diskutierte in gemütlicher Kaminabend-Atmosphäre mit Walter Kohl über dessen Buch „Leben oder gelebt werden“.
Walter Kohl. Richtig. Das ist doch „der Sohn vom Kohl“. Und da sind wir auch schon beim „Hauptproblem“ des Referenten, der Zeit seines Lebens im breiten Schatten des Ex-Kanzlers Helmut Kohl, des übermächtigen Vaters leben musste. Der so von außen definierte wurde und auch nach eigenem Selbstverständnis entsprechend handelte. Was zu einer schweren Sinn- und Lebenskrise führte, bis er eben 2008 begann, sich in und mit seinem Buch sozusagen den Frust von der Seele zu schreiben. Es wurde ein Bestseller – nicht nur unter den „Spiegel“-Lesern. Im vergangenen Jahr stand es auf Platz zwei von Deutschland meistverkauften Sachbüchern.
Kohl wollte ursprünglich kein Buch schreiben, musste sich lange überreden lassen zu dieser Art von „Therapie“. Das Buch enthält nichts geheimnisvolles, ist keine private Schlammschlacht mit der eigenen Familie, keine persönliche Abrechnung mit dem Vater. „Es ist ein, mein innerer Friedensvertrag mit einer schweren Belastung“, wie es Walter Kohl ausdrückte. Schon am ersten Schultag war er „der Sohn vom Kohl“, suchte nach der eigenen Identität. „Meine Hauptprobleme waren nicht Vater oder Mutter, sondern das Umfeld“, schildert er seine ganz speziellen Erfahrungen. Als Kind in die Hauptzeit des deutschen RAF-Terrorismus „hineingeboren“, stand er unter besonderer Beobachtung, totaler Abkapselung und einer Rund-um-die-Uhr-Bewachung.
„Ich hatte jahrelang Spielverbot mit anderen Kindern, wurde in einer gepanzerten Limousine zur Schule gefahren, begleitet von dutzenden Polizisten mit Maschinenpistolen im Anschlag.“ An seinem Gymnasium wurden Wetten darauf abgeschlossen, wann er entführt wird. Eine Lehrerin hat ihm direkt ins Gesicht gesagt, “Dein Vater ist ein Nazi-Schwein“. „Ich war ein anderer unter Gleichen“, beschreibt Walter Kohl seine Außenseiterrolle. Kohl nennt in seinem Buch natürlich auch „die positiven Seiten dieses Lebens“. Er war „live“ dabei als sich Mitterand und sein Vater über den Gräbern von Verdun die Hand reichten, als am Brandenburger Tor die deutsche Wiedervereinigung gefeiert wurde. „Der Sohn vom Kohl zu sein ist für mich heute kein Problem mehr, es geht in meinem Buch nicht um Recht oder Unrecht, um richtig oder falsch. Ich habe durch das Schreiben meine inneren Frieden gefunden und glaube, dass das Buch auch anderen als Sprungbrett für ihr eigenes Leben dienen kann.“ Nun muss ihm nur noch der Vater die Hand zur Versöhnung reichen, denn der wollte die Veröffentlichung nicht und hat seit 2008 jeden Kontakt zum Sohn abgebrochen. (Quelle: Fulda Aktuell vom Samstag, 28.01.2012)

 

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Im “Opferland” – Walter Kohl im “Fulda aktuell” -Gespräch

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Fulda aktuell: Was gab den Anstoß, was war die Hauptmotivation für Ihr Buch „Leben oder gelebt werden – Schritte auf dem Weg zur Versöhnung“?
Walter Kohl: Nach dem Freitod meiner Mutter und den Folgen der CDU-Spendenaffäre rund um meinen Vater geriet ich in eine existenzielle Krise. Über die Beschäftigung mit dem Wiener Psychologen Viktor Frankl, den Philosophen  Seneca und den christlichen Glauben – ich nenne das mein persönliches Geo-Dreieck – habe ich versucht, Schritte auf dem Weg zur Versöhnung mit mir selbst und meinem Umfeld zu finden. Das Buch hat mich aus meiner inneren Sprachlosigkeit , dem eigenen „Opferland herausgebracht. Ich bin aus einer passiven in die aktive Rolle getreten.Fulda aktuell: Welche Rolle hat Ihre Mutter in Ihrem Leben gespielt?
Walter Kohl: Sie war der Mittelpunkt meines Lebens, ihr Selbstmord die maximale Katastrophe für die Familie. Meine Mutter Hannelore hatte schon als Flüchtlingskind eine schwere Zeit durchzumachen, in der Spendenaffäre wurde sie von manchen als Kohls „Spendenhure“ tituliert. Ihr wurde das Gesicht, die Würde genommen.Fulda aktuell: Sind Sie stolz „der Sohn vom Kohl“ zu sein ?Walter Kohl: Mein Vater hat viel falsch, aber auch sehr viele Dinge richtig gemacht. Dazu zähle ich zum Beispiel den Nato-Doppelbeschluss, große Infrastrukturmaßnahmen als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz,, die Wiedervereinigung Deutschlands und die Grundidee des Euro. Wie ich ihn  in seiner Starrköpfigkeit einschätze, wird er die Namen der Spender mit ins Grab nehmen. Heute habe ich keine Probleme mehr mit ihm. Ich habe Frieden mit mir und auch mit ihm gefunden. Nach unserem Zwist im Jahr 2008 habe ich ihm – nicht zuletzt auch mit diesem Buch – die Hand zur Versöhnung entgegengestreckt. Nun warte ich darauf, dass er sie annimmt.
(Quelle: Fulda Aktuell vom Samstag, 28.01.2012)